Der Ball, der den Abstieg bedeutet

Artikel aus dem Tölz Kurier vom 23.04.2018:

TV Bad Tölz verpasst in einem wahren Relegations-Krimi gegen Perlach II den Klassenerhalt in der 3. Bezirksliga

Von Hans-Peter Koller

Bad Tölz – Die Enttäuschung wird den Tölzer Tischtennisspielern noch lange in den Knochen stecken. Das Relegationsspiel um den Klassenerhalt in der 3. Bezirksliga gegen den TTC Perlach II mutete einem Krimi unter der Regie von Alfred Hitchcock an: Ein einziger Ball besiegelte den Abstieg der TVT-Spieler.

Nach mehr als drei Stunden wurde das alles entscheidende Schlussdoppel aufgerufen. Ein 3:2-Sieg der Isarwinkler hätte zum 8:8-Unentschieden geführt. Das hätte aufgrund eines einzigen mehr gewonnenen Satzes zum Klassenerhalt gereicht. 9:10 gegen Tölz, Totenstille in der Halle. Und dann das Aus. „Klar hängen die Köpfen nach unten“, sagt Franz Demmel. „Aber wir werden die Wunden lecken und wieder nach oben kommen.“

Der Schaftlacher, der seit Jahrzehnten zum Tischtennis-Inventar gehört, erlebte als Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle. Zwei der drei Eingangsdoppel gewonnen und zwei Einzelsiege im Spitzenpaarkreuz durch Michael Frick und Steffen Rummel gegen den auf diesem Niveau überforderten Junior Philipp Städter. So konnte es weiter gehen. Und dann zeigte Steffen Mang seine Klasse, der im Mittleren Paarkreuz zwei souveräne Siege holte plus eine 1:1-Auswertung von Philipp Janßen in der „Mitte“. Was sollte da noch schief gehen?

Es war Alexander Kischkat, der das erste Perlacher Ausrufezeichen setzte. Der Informatik-Student hat mit Frick bei Turnieren schon oft die Waffen gekreuzt und verloren. Aber im Relegationsspiel dominierte er klar. Auch gegen Rummel. Der Knackpunkt aber war das Hintere Paarkreuz. Martin Heimkreiter und Sean Roth hatten in drei der vier Einzel den Sieg auf dem Schläger. Aber letztlich gingen sie leer aus. „Zweimal ein 0:2 gedreht. Da hatten wir auch etwas Glück“, sagte Kischkat artig.

Vor dem Abschluss-Doppel sichteten die Mannschaftsführer nochmals den Spielbericht. Ein 3:2-Sieg von Frick und Rummel würde das bessere Ende für die Tölzer bringen. Die Satzstände von 1:1 und 2:2 wiesen eine enge Partie aus. Nicht so aber der finale fünfte Durchgang, als Frick und Rummel einem 2:10-Rückstand hinterherliefen. „Da rutscht dir das Herz schon in die Hose“, meinte Kischkat, als die Gegner Punkt für Punkt bis auf 9:10 herankamen. Aber es sollte nicht sein.

Geplatzt der Tölzer Traum von einem weiteren Jahr in der 3. Bezirksliga. Am Grünen Tisch aufzurücken, ist so gut wie ausgeschlossen. Die anstehende Gebietsreform, die München Ost und West zu einem neuen Bezirk 11 zusammenführt und den Isarwinkel künftig mit dem Werdenfels, Starnberg und Fürstenfeldbruck zum Bezirk 12 vereint, ist auf dem Papier bereits geplant. Und hier hat die neue 3. Bezirksliga bereits ohne den TV Bad Tölz ein Übersoll von zwei Mannschaften.

Alle Spiele und alle Punkte siehe Spielbericht im Click-TT

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