Als größter Tölzer Sportverein blickt der TV Bad Tölz bei seiner Mitgliederversammlung am 14.03. zufrieden auf das vergangene Jahr zurück.
Gleich zu Beginn der Versammlung fand der 1. Bürgermeister Ingo Mehner viele lobende Worte für die Arbeit des Vereins und dessen Vorstandschaft. So hätte es der Verein geschafft sich Herausforderungen, die es in den letzten Jahren gab immer wieder zu stellen und diese zu meistern. Er hob dabei das Engagement des Vereins in der Coronazeit heraus und betonte auch seinen großen Respekt davor, dass es dem Verein immer wieder gelingt die zahlreichen Sparten unter einen Hut zu bringen und immer wieder neue Angebote zu schaffen. Zudem wurde eine Erneuerung der Hallenbeleuchtung und eine Erweiterung der Fahrradstellplätze für 2025 angekündigt.
Die Vorsitzende des Fördervereins Maria Schmid überreichte der ersten Vorsitzenden Christiane Clarke einen Spendenscheck über 4.000 €, dessen Summe durch unterschiedliche vereinsfördernde Maßnahmen wie ein Schafkopfturnier und ein Kinderflohmarkt zusammenkam. Das Geld soll unter anderem in die Digitalisierung der Mitgliederverwaltung investiert werden.
Zu Beginn ihrer Rede stellte die 1. Vorsitzende des Turnvereins Christiane Clarke beeindruckende Zahlen vor, so waren im vergangenen Jahr 2957 Mitglieder im Verein organisiert, ein absoluter Höchststand in der knapp 160-jährigen Vereinshistorie. Mit rund 140 Übungsleitern und Helfern ist man gut gerüstet den Verein weiter wachsen zu lassen.
Die erste Vorsitzende wagte in ihrer Ansprache einen Blick in die Zukunft des Vereins, welche von vielerlei Veränderungen geprägt sein wird, unter anderem durch den schulischen Ganztag, neue Freizeitgewohnheiten, aber auch durch eine sich verändernde Arbeitswelt. Ein Abwarten oder gar ein Rückzug kommt dabei für Clarke nicht in Betracht, sie hofft diese gesellschaftlichen Herausforderungen offensiv angehen zu können. Dabei sieht sie besonders den Ausbau der bereits bestehenden Kooperationen mit Schulen, das Anbieten von flexibleren Trainingszeiten, das Reagieren auf Trends und Anbieten von Nischensportarten, einem Schaffen von professionellen Strukturen und die Stärkung des Ehrenamts als Werkzeuge für die Zukunft gerüstet zu sein.
Wichtig ist ihr bei dem Aspekt des Wandels aber, dass der Fokus bleibt, einen Sportverein als einen sozialen Mittelpunkt zu betrachten. „Wir sind die TV-Großfamilie“, der Verein müssen es bei allem bewerkstelligen, dass man sozialer Treffpunkt bliebe, ein Ort für Begegnung und Gemeinschaft. Dabei sollen Werte wie Toleranz, Fairness, Respekt, Zusammenhalt, Verantwortung, Disziplin, Vielfalt, Inklusion, Ehrgeiz, Leistungsbereitschaft, Nachhaltigkeit, und noch viele mehr, nicht verloren gehen.
Sie wolle den Verein, trotz der Herausforderungen weiterentwickeln und zukunftssicher aufstellen. Ihre Rede schloss sie mit den Worten: “Wenn wir offen für Veränderungen sind, neue Wege ausprobieren und als Gemeinschaft zusammenstehen, dann werden wir gestärkt dem Wandel gegenüberstehen.“
Auch die Abteilungsleitungen zeichneten ein zufriedenes Bild des vergangenen Jahres, bei dem neben den sportlichen Erfolgen besonders auch die Gemeinschaft im Verein im Fokus stand. Volleyballabteilungsleiter Wolfram Fischer freute sich besonders über die Entwicklung seiner jungen Teams im Erwachsenenspielbetrieb. Birgit Beck, Abteilungsleitung Freizeitsport informierte über die Umstrukturierung von der reinen Gymnastikabteilung hin zum Freizeitsport mit zahlreichen Sportangeboten wie Floorball und geplanten neuen Angeboten wie Radltreff, Wandergruppe und vielem mehr. Beim Tischtennis stach, laut Abteilungsleitung Ariane Fedtke, besonders die Qualifikation für das Bundesfinale im Sommerteamcup heraus. Im Kinderturnen war neben dem Kinderfasching das Weihnachtsturnen der Höhepunkt des Jahres. Abteilungsleitung Michaela Dreisbach zeigte sich stolz über das umfangreiche Angebot für Kinder des Vereins und ihrer Abteilung.
In der noch jungen Boxabteilung steht mit Sonja Schwürzinger eine neue Abteilungsleiterin am Ruder und freut sich auf ihre Aufgabe und plant bald auch Trainings für Kinder anbieten zu können. Raphael Renz sprach als stellvertretender Abteilungsleiter von „seinen“ Leistungsturner*innen und hofft auf eine mittelfristige Umsetzung einer Bewegungshalle für den Verein.
Trotz mehreren Spielgemeinschaften mit Gaißach sei man zufrieden mit der Entwicklung im Nachwuchsbereich der Handballer so Thorsten Götz-Schwarzer. In der Leichtathletik stand im vergangenen Jahr wieder die Teilnahme an vielen Wettkämpfen im Umkreis im Fokus für Dieter Lehmann.
Besondere sportliche Erfolge hatten die geehrten Sportler*innen des Jahres zur verzeichnen. Zur Sportlerin des Jahrs wurde Franziska Gold gewählt. Die Rhönradturnerin, durfte in 2024 erstmals an der WM-Qualifikation teilnehmen. Als Sportler des Jahres wurden Nachwuchsturner Jakob Waldherr und Tischtennisspieler David Streibl geehrt. Jakob zeichnet sich als Leistungsträger seiner Mannschaft beim Gaumannschaftsentscheid aus. Das Highlight von David war bei allen anderen Erfolgen sicherlich der Titel des bayerischen Seniorenmeisters 2024.
Mannschaft des Jahres wurde die weibliche D-Jugend Turnen, die sich beim Bayernpokal Regionalentscheid Oberbayern den 2. Platz erturnen konnten und nur um einen halben Punkt den Kürzeren zog.
Als Leiter der Sportschule und des Rehasports zeichnete auch Christian Haas ein positives Bild der unterschiedlichsten „Dienstleistungen“ des Vereins, inzwischen betreue man rund 900 Kinder pro Woche in zahlreichen Kooperationen mit Schulen und Kindergärten und in der Sportschule Bewegungshelden mit konstant über 300 Kindern. Auch das Rehasportangebot wächst stetig weiter und betreut derzeit über 100 aktive Teilnehmer*innen.
Auch finanziell lief es für den Verein im vergangen Jahr gut, so wurde von Kurt Schmid ein Jahresabschluss mit rund 32.000 € Ertrag vorgestellt. Damit lag man trotz gestiegener Ausgaben im Bereich Löhne und Übungsleiterhonorare aufgrund von Mehreinnahmen im Bereich Mitgliedsbeiträge und Sportdienstleistungen deutlich über dem Plan. Die Entlastung der Vorstandschaft und die Genehmigung des Haushaltsplans für 2025 erfolgte einstimmig. Auch für das Jahr 2025 rechnet Schmid mit einem positiven Jahresabschluss mit einem Ertrag von 20.000 €.
Nach drei Jahren im Amt wurde zudem eine neue Vorstandschaft gewählt. Christiane Clarke wird den Verein weiterhin als Vorsitzende leiten, zusammen mit dem wiedergewählten Thomas Benedikt als 2. Vorsitzenden und dem neuen Kassier Michael Ernst. Ergänzt wird die Vorstandschaft durch Monika Agricola (2. Kassier), Anke Matthäi, Johanna Schellhorn und Matthias Wilke. Aus der Vorstandschaft ausgeschieden sind Bodo Dreisbach, Kurt Schmid und Alpaslan Özgisi.